Elfriede Blauensteiner gehört zu den bekanntesten Täterinnen der österreichischen Kriminalgeschichte. Die Wienerin wurde in den Medien als „Schwarze Witwe“ bezeichnet und wegen drei nachgewiesener Morde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der Fall, weil Blauensteiner ältere Menschen mit Medikamenten vergiftete und dabei auch finanzielle Interessen eine wichtige Rolle spielten. Nach ihrer Festnahme 1996 folgten jahrelange Ermittlungen und mehrere Gerichtsverfahren.
Wer war Elfriede Blauensteiner?
Elfriede Martha Blauensteiner wurde am 22. Januar 1931 in Wien geboren. Über große Teile ihres frühen Lebens gibt es nur wenige verlässlich dokumentierte öffentliche Informationen.
Bekannt wurde sie erst im höheren Alter durch die Ermittlungen gegen sie. Der Fall entwickelte sich Mitte der 1990er-Jahre zu einem der meistbeachteten Kriminalfälle Österreichs.
| Information | Details |
|---|---|
| Name | Elfriede Martha Blauensteiner |
| Geboren | 22. Januar 1931 |
| Geburtsort | Wien, Österreich |
| Bekannt als | „Schwarze Witwe“ |
| Verurteilungen | Drei rechtskräftig nachgewiesene Morde |
| Strafe | Lebenslange Freiheitsstrafe |
| Gestorben | 16. November 2003 |
| Alter beim Tod | 72 Jahre |
Warum hieß Elfriede Blauensteiner „Schwarze Witwe“?
Der Name „Schwarze Witwe“ wurde vor allem von Medien verwendet. Er bezog sich auf die Tatsache, dass mehrere Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld starben und Blauensteiner anschließend finanziell profitierte oder profitieren sollte.
Der Ausdruck ist daher ein medialer Beiname und keine offizielle Bezeichnung der Justiz.
Elfriede Blauensteiner und ihre Opfer
Blauensteiner nahm Kontakt zu älteren Menschen auf und kümmerte sich teilweise intensiv um sie. Einige Bekanntschaften entstanden über Kontaktanzeigen.
Laut rechtskräftigen Urteilen spielten Vermögen, Immobilien und Erbschaften bei ihren Taten eine wichtige Rolle. In mehreren Fällen hatten Opfer ihr Eigentum zuvor überschrieben oder testamentarisch vermacht.
Drei Morde konnten Elfriede Blauensteiner nachgewiesen werden. Zu den öffentlich genannten Opfern gehören Alois Pichler, Franziska Köberl und Friedrich Döcker.
Weitere Todesfälle wurden untersucht. Für diese zusätzlichen Verdachtsfälle kam es jedoch nicht zu entsprechenden rechtskräftigen Mordverurteilungen. Deshalb sollte nicht behauptet werden, dass eine höhere Opferzahl sicher feststeht.
Wie beging Elfriede Blauensteiner die Morde?
Ein ungewöhnlicher Teil des Falls war die Verwendung von Medikamenten. Nach den Gerichtsentscheidungen setzte Blauensteiner unter anderem das blutzuckersenkende Medikament Euglucon sowie in bestimmten Fällen das Antidepressivum Anafranil ein.
Die Mittel konnten schwere gesundheitliche Folgen verursachen. Dadurch waren die Todesfälle zunächst schwieriger als gezielte Vergiftungen zu erkennen.
Später spielten toxikologische Untersuchungen eine wichtige Rolle. Bei exhumierten sterblichen Überresten konnten Spuren entsprechender Medikamente festgestellt werden.
Der ORF beschreibt den Fall als Beispiel dafür, wie wichtig gerichtsmedizinische Untersuchungen für die Aufklärung waren.
Welche Rolle spielten Erbschaften?
Nach den Urteilen bestand ein wesentliches Motiv darin, sich finanziell zu bereichern. Opfer hatten Blauensteiner Besitz, Immobilien oder andere Werte überschrieben beziehungsweise vermacht.
Auch ihre häufigen Casinobesuche wurden während der Prozesse öffentlich thematisiert. Das Gericht bezeichnete Geldgier als wesentliches Motiv beim ersten Mordurteil.
Wie wurde Elfriede Blauensteiner überführt?
Die Ermittlungen kamen nach dem Tod von Alois Pichler im Jahr 1995 ins Rollen. Ein Hinterbliebener wurde wegen Fragen rund um das Erbe misstrauisch.
Am 11. Januar 1996 wurde Elfriede Blauensteiner in ihrer Wohnung in Wien-Margareten festgenommen.
Während der ersten Vernehmungen gestand sie mehrere Tötungen. Diese Aussagen widerrief sie später vor dem Untersuchungsrichter.
Damit mussten die Ermittler andere Beweise finden. Entscheidend waren unter anderem Exhumierungen, toxikologische Analysen und Gutachten der Gerichtsmedizin.
Die Prozesse gegen Elfriede Blauensteiner
Erster Prozess 1997
Der erste große Mordprozess gegen Elfriede Blauensteiner fand in Krems statt. Dabei ging es um den Tod von Alois Pichler.
Am 7. März 1997 wurde sie wegen Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Oberste Gerichtshof bestätigte die Entscheidung noch im selben Jahr.
Der Prozess erzeugte großes Medieninteresse und machte Blauensteiner endgültig unter ihrem Beinamen „Schwarze Witwe“ bekannt.
Zweiter Prozess 2001
Die Ermittlungen waren damit nicht abgeschlossen. Im Jahr 2000 wurde wegen zweier weiterer Todesfälle eine neue Mordanklage eingebracht.
Am 20. April 2001 wurde Blauensteiner in Wien auch wegen der Morde an Franziska Köberl und Friedrich Döcker schuldig gesprochen.
Damit waren insgesamt drei Morde rechtskräftig nachgewiesen.
Wie viele Menschen tötete Elfriede Blauensteiner wirklich?
Gesichert ist, dass Elfriede Blauensteiner wegen drei Morden rechtskräftig verurteilt wurde.
Nach ihrer Festnahme hatte sie zunächst weitere Taten gestanden. Später nahm sie diese Aussagen jedoch zurück. Ermittler prüften zusätzliche verdächtige Todesfälle, konnten aber nicht alle vor Gericht beweisen.
Aus diesem Grund unterscheiden sich manche Medienberichte bei der möglichen Opferzahl. Für eine sachliche Darstellung sollte zwischen Verdachtsfällen und den drei tatsächlich nachgewiesenen Morden unterschieden werden.
Tod und Bedeutung des Falls Elfriede Blauensteiner
Elfriede Blauensteiner verbüßte ihre lebenslange Freiheitsstrafe in der Justizanstalt Schwarzau am Steinfelde.
Sie starb am 16. November 2003 im Alter von 72 Jahren. Nach Angaben des ORF waren die Folgen eines Gehirntumors die Todesursache.
Auch Jahre später wird der Fall regelmäßig in österreichischen Medien aufgearbeitet. Eine ORF-III-Dokumentation mit dem Titel Wahre Verbrechen – Die Akte Blauensteiner beschäftigte sich ausführlich mit den Ermittlungen und Gerichtsverfahren.
Der Fall Elfriede Blauensteiner ist vor allem deshalb bis heute bekannt, weil ungewöhnliche Tatmethoden, finanzielle Motive, schwierige Ermittlungen und großes öffentliches Interesse zusammenkamen.
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Häufig gestellte Fragen zu Elfriede Blauensteiner
Wer war Elfriede Blauensteiner?
Elfriede Blauensteiner war eine österreichische Frau, die wegen drei Morden rechtskräftig verurteilt wurde. Medien bezeichneten sie als „Schwarze Witwe“.
Wie viele Menschen hat Elfriede Blauensteiner getötet?
Gerichtlich nachgewiesen wurden drei Morde. Weitere Todesfälle wurden untersucht, konnten ihr jedoch nicht in gleicher Weise rechtskräftig nachgewiesen werden.
Wie tötete Elfriede Blauensteiner ihre Opfer?
Nach den Gerichtsurteilen verwendete sie Medikamente, darunter das blutzuckersenkende Mittel Euglucon und in bestimmten Fällen Anafranil.
Welche Strafe erhielt Elfriede Blauensteiner?
Sie wurde 1997 wegen Mordes an Alois Pichler zu lebenslanger Haft verurteilt. 2001 folgten Schuldsprüche wegen zwei weiterer Morde.
Wann und woran starb Elfriede Blauensteiner?
Elfriede Blauensteiner starb am 16. November 2003 im Alter von 72 Jahren. Laut ORF starb sie an den Folgen eines Gehirntumors.