Herbert Kickl gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Politikern Österreichs. Der Kärntner ist seit 2021 Bundesparteiobmann der FPÖ, war österreichischer Innenminister und führte seine Partei bei der Nationalratswahl 2024 erstmals auf den ersten Platz.
Sein politischer Stil ist direkt und konfrontativ. Besonders seine Positionen zu Migration, Asyl, EU-Politik und staatlicher Souveränität sorgen regelmäßig für politische Debatten.
| Information | Details |
|---|---|
| Name | Herbert Kickl |
| Geburtsdatum | 19. Oktober 1968 |
| Geburtsort | Villach, Kärnten |
| Partei | FPÖ |
| FPÖ-Parteichef seit | 19. Juni 2021 |
| Innenminister | Dezember 2017 bis Mai 2019 |
| Nationalratsabgeordneter | seit 2006, mit Unterbrechung als Minister |
| Aktuelle Funktion | FPÖ-Bundesparteiobmann und Klubobmann |
Wer ist Herbert Kickl?
Herbert Kickl wurde am 19. Oktober 1968 in Villach geboren. Er besuchte ein Gymnasium in Spittal an der Drau und absolvierte anschließend seinen Präsenzdienst als Gebirgsjäger.
Danach begann er an der Universität Wien zunächst ein Studium der Publizistik und Politikwissenschaft. Später wechselte er zu Philosophie und Geschichte. Ein Studienabschluss wird in seiner offiziellen Parlamentsbiografie nicht angegeben.
Der österreichische Nationalrat dokumentiert seinen politischen und beruflichen Werdegang ausführlich.
Herbert Kickl und seine politische Karriere
Kickls Aufstieg innerhalb der FPÖ begann lange vor seiner Tätigkeit als Minister. Ab 1995 arbeitete er für die Freiheitliche Akademie und beschäftigte sich dort unter anderem mit Wahlkampfinhalten und Wahlkampforganisation.
2005 wurde Herbert Kickl Generalsekretär der FPÖ. Diese Funktion hatte er bis Dezember 2017 inne. Über viele Jahre galt er als wichtiger Stratege und Redenschreiber der Partei.
2006 zog Kickl erstmals in den Nationalrat ein. Dort wurde er unter anderem stellvertretender Klubobmann der Freiheitlichen.
Herbert Kickl und Jörg Haider
In seinen frühen Jahren innerhalb der FPÖ arbeitete Kickl während der politischen Ära von Jörg Haider im Umfeld der Partei. Später prägte er auch unter Heinz-Christian Strache die Kommunikation und Wahlkampfstrategie der Freiheitlichen.
Dadurch war Kickl bereits lange vor seiner Zeit als Parteichef ein wichtiger Akteur innerhalb der FPÖ.
Herbert Kickl als Innenminister
Am 18. Dezember 2017 wurde Herbert Kickl Innenminister in der Bundesregierung von Sebastian Kurz. Die Regierung bestand aus ÖVP und FPÖ.
Während seiner Amtszeit standen besonders Migration, Asyl, Polizei und innere Sicherheit im Mittelpunkt. Seine Politik und mehrere Aussagen führten regelmäßig zu Konflikten mit politischen Gegnern und anderen Institutionen.
Nach der Ibiza-Affäre im Mai 2019 zerbrach die Regierungskoalition. Bundeskanzler Sebastian Kurz schlug Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Entlassung Kickls vor. Am 22. Mai 2019 endete dessen Amtszeit als Innenminister.
Danach kehrte Kickl in den Nationalrat zurück und wurde im Oktober 2019 Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs.
Herbert Kickl als FPÖ-Chef und die Wahl 2024
Am 19. Juni 2021 übernahm Herbert Kickl den Bundesparteivorsitz der FPÖ. Unter seiner Führung gewann die Partei in den folgenden Jahren deutlich an Unterstützung.
Bei der Nationalratswahl am 29. September 2024 erreichte die FPÖ 28,8 Prozent der gültigen Stimmen und 57 Mandate. Damit wurde sie erstmals bei einer Nationalratswahl stärkste Partei Österreichs. Das offizielle Ergebnis ist beim österreichischen Innenministerium veröffentlicht.
Anfang 2025 erhielt Kickl schließlich den Auftrag, Gespräche über eine Regierungsbildung mit der ÖVP zu führen.
Warum wurde Herbert Kickl nicht Bundeskanzler?
Die Verhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP dauerten mehrere Wochen. Besonders bei der Verteilung wichtiger Ministerien und bei verschiedenen politischen Inhalten gab es Streit.
Am 12. Februar 2025 erklärte Kickl die Verhandlungen für gescheitert und gab den Regierungsbildungsauftrag zurück. Herbert Kickl wurde deshalb nicht Bundeskanzler.
Auch 2026 bleibt er Bundesparteiobmann der FPÖ und Klubobmann im Nationalrat.
Politische Positionen von Herbert Kickl
Herbert Kickl verfolgt einen klar national und freiheitlich ausgerichteten politischen Kurs. Besonders bekannt ist seine Forderung nach einer strengeren Migrations- und Asylpolitik.
Die FPÖ verwendet unter seiner Führung den Begriff „Festung Österreich“. Gemeint sind unter anderem strengere Kontrollen der Migration und eine konsequentere Abschiebung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht.
Weitere wichtige Themen seiner Politik sind:
- stärkere nationale Entscheidungsfreiheit Österreichs
- Kritik an Teilen der EU-Politik
- Betonung der österreichischen Neutralität
- niedrigere Belastungen für Bürger und Unternehmen
- Kritik an den etablierten Regierungsparteien
- strengere Asyl- und Einwanderungsregeln
Kickl bezeichnete sich im politischen Wettbewerb auch als möglichen „Volkskanzler“. Der Begriff wurde zu einem wichtigen Teil der FPÖ-Wahlkampfkommunikation, führte wegen seiner historischen Verwendung jedoch ebenfalls zu Kritik.
Warum ist Herbert Kickl umstritten?
Herbert Kickl polarisiert stark. Unterstützer sehen in ihm einen Politiker, der klare Positionen vertritt und Themen wie Migration, Sicherheit und staatliche Souveränität offen anspricht.
Kritiker werfen ihm dagegen eine stark zuspitzende Sprache und eine Politik vor, die gesellschaftliche Konflikte verschärfen könne. Auch seine Zeit als Innenminister und verschiedene Aussagen über Medien, Institutionen und politische Gegner führten zu heftigen Diskussionen.
Gerade diese Mischung aus klarer Positionierung und Konfrontation prägt Kickls politische Wirkung.
Herbert Kickl privat: Familie und persönliche Interessen
Über das Privatleben von Herbert Kickl gibt es deutlich weniger gesicherte Informationen als über seine politische Karriere. Er hält seine Familie weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Einzelne Medien berichten über Partnerschaft und Familie. Genauere private Angaben sollten jedoch nicht als gesicherte Tatsachen dargestellt werden, wenn dafür keine zuverlässigen öffentlichen Quellen vorliegen.
Bekannt ist, dass Sport eine Rolle in seinem persönlichen Leben spielt. Kickl hat in öffentlichen Interviews unter anderem über regelmäßiges Training gesprochen.
Angaben zu seiner exakten Körpergröße oder seinem Gewicht sind ebenfalls nicht verlässlich durch offizielle Quellen bestätigt.
Herbert Kickl heute
Herbert Kickl gehört auch 2026 zu den zentralen Figuren der österreichischen Politik. Er führt weiterhin die FPÖ und den Freiheitlichen Parlamentsklub.
Sein größter Wahlerfolg war bisher der erste Platz der FPÖ bei der Nationalratswahl 2024. Obwohl die anschließenden Regierungsverhandlungen mit der ÖVP scheiterten, besitzt Kickl weiterhin großen Einfluss auf die politische Richtung seiner Partei.
Ob Herbert Kickl bei einer zukünftigen Regierungsbildung Bundeskanzler werden könnte, hängt von Wahlergebnissen, Mehrheiten und möglichen Koalitionspartnern ab.
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Häufige Fragen zu Herbert Kickl
Wie alt ist Herbert Kickl?
Herbert Kickl wurde am 19. Oktober 1968 geboren. Im September 2026 ist er 57 Jahre alt.
Wo wurde Herbert Kickl geboren?
Herbert Kickl wurde in Villach in Kärnten geboren. Seine Schulzeit verbrachte er unter anderem in Spittal an der Drau.
Wann war Herbert Kickl Innenminister?
Kickl war vom 18. Dezember 2017 bis zum 22. Mai 2019 österreichischer Bundesminister für Inneres.
Seit wann ist Herbert Kickl FPÖ-Chef?
Herbert Kickl ist seit dem 19. Juni 2021 Bundesparteiobmann der Freiheitlichen Partei Österreichs.
Ist Herbert Kickl Bundeskanzler?
Nein. Die Regierungsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP scheiterten im Februar 2025. Herbert Kickl ist weiterhin FPÖ-Chef und Klubobmann im Nationalrat.